Aufführung des Literaturkurses

 

Stadt, Land, Mord - Ein Stück so bunt wie das Dorf

 

„In Kirchhellen hat sich ein Mord zugetragen!“ - „Ein Moooooord??? Sowat gibbet hier nich! Wir sind doch das schöne Dörfchen Kirchhellen!“

Oh doch, so etwas gibt es. Zumindest wenn der durchgestylte, arrogante Oberhauptkommissar Theo Clark (Fynn Rajnowski) nach Kirchhellen versetzt wird und dort für Recht und Ordnung im Namen des Gesetzes sorgen soll.

 

Mit viel Herz, Lokalkolorit und jeder Menge Humor brachten die 32 Schüler*innen des Literaturkurses des VGK am gestrigen Donnerstag, 13.06.2019, ihr selbstgeschriebenes Stück auf die Bühne.

Zu Beginn des Schuljahrs im Sommer 2018 begannen einmal wöchentlich die Vorbereitungen unter der Leitung von Frau Peinecke und Herrn Weiß. Zunächst musste eine Geschichte geschrieben werden und anschließend wurden die Rollen verteilt. Wer dabei in eine Rolle schlüpfen muss oder wer eher sich selbst spielt, stand schnell fest. Nach einem Jahr harter Arbeit sorgte die gestrige Aufführung für viele Lacher und den ein oder anderen Moment, in dem dem Publikum der Atem stockte.

Das Stück handelt von dem jungen Kommissar Theo Clark, der aus Düsseldorf nach Kirchhellen versetzt wird, um im Dorf den alten Dorfsheriff (Nils Schlüsener) zu unterstützen. Dieser ist von dem überambitionierten Großstädter so gar nicht begeistert und das Publikum erfährt am Ende auch, warum der sich partout nicht in die Karten gucken lassen will… Hat der alte Dorfsheriff, der sich gerne mal ein Bierchen genehmigt und sein Dörfchen Kirchhellen liebt, etwa etwas zu verbergen?

Dass das Dorfleben doch nicht so langweilig ist, wie zunächst vermutet, merkt der junge Kommissar recht schnell, als eine Frau umgebracht wird. Bei dem Opfer handelt es sich ausgerechnet um die Hauptrolle der Julia (Katrin Scholz), die im Stück „Romeo und Julia“ am Ende des Sommers auf dem Dorffest auftreten soll. Das ganze Dorf und die theaterbegeisterte Bürgermeisterin (Carmen Alfes) werden an diesem Tag zugegen sein.

Die beiden Polizisten beginnen mit ihren Ermittlungen und gehen dabei vielen Gerüchten auf die Spur. Dabei trifft der Großstädter auf die Bäckereifachverkäuferin Conny Clara Gläsener (Lena Buer) und vier alte Damen (Carmen Alfes, Tina Schellberg, Marit Stenkamp und Katrin Scholz), die mit Klischees nur so um sich werfen und das Opfer als „Schnapsdrossel“ oder „Bumsmariechen“ nicht gerade gut dastehen lassen. Auch der Kneipenwirt des Klosterstübchens (Paul Engel) oder die Kellnerin (Maria Nothelle) und die feierwütigen Brezelbrüder (gespielt von Marius Mengering, Jonathan Bloch, Philipp Pereira Cordeiro, Ferdinand Schmücker, Nils Schönkaes) tragen eher weniger zur Aufklärung des Falles bei.

Aber auch die Proben für das Theaterstück müssen weiter gehen und so muss der französische Regisseur (Tim Jarosch) mit seiner emsigen Assistentin (Julia Sut) eine neue Besetzung für die Hauptrolle der Julia suchen, die mit genauso viel „Passion“ spielt wie die alte. Da fällt die Entscheidung zwischen der Streberin (Anna-Lena Liemen), dem schüchternen Mauerblümchen (Julia Seippel), der aggressiv-primitiven Chantale (Marit Stenkamp) und der hübschen schauspielerisch begabten Tussi (Franziska Schneider) beim Casting nicht leicht. Doch für den draufgängerischen „Romeo“ (Ben Rosczich) ist klar, mit wem er gerne flirten möchte und da die neue „Julia“ für ihre Rolle sogar töten würde, macht das die Ermittlungen für die Polizei auch nicht leichter.

Am Ende steht der Oberhauptkommissar vor einer Reihe von Fragen und Gerüchten, die dem Publikum mit Hilfe eines Schattentheaters noch einmal in Erinnerung gerufen werden. Nichts ergibt Sinn... aber da waren ja auch noch die Ergebnisse des Obduktionsberichtes.
Das Opfer wurde durch ein starkes Herzmedikament vergiftet…

Komisch, der alte Dorfsheriff muss doch neuerdings auch so starke Medikamente für sein Herz nehmen...

Beim Dorffest, auf dem der Stargast „Thype“ (Tolga Bugdaci) mit seinem Hit „Vision“ für ordentlich Stimmung sorgt und die Theatergruppe leider nicht mehr zu ihrem langersehnten Auftritt kommt, kommt es zum Showdown zwischen dem jungen Kommissar und dem alten Dorfsheriff, bei dem das Publikum am Ende selbst entscheiden darf, für wen die Geschichte wohl gut ausgegangen ist…

 

Alles in allem sorgten die Q1-Schüler*innen für einen unterhaltsamen und kurzweiligen Abend in einer ausverkauften Aula und dürfen sich jetzt über einen schönen und wohlverdienten Obolus für die Abikasse freuen. 

 

 

Weitere Fotos gibt es hier.

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