Junior Akademie

 

Die Junior Akademie 2021

Für die, die diese Organisation noch nicht kennen: Normalerweise findet die Junior Akademie NRW immer in den Sommerferien in einem Internat statt. Die Schulen können Schüler aus der achten und neunten Klasse dort vorschlagen und wer angenommen wird, darf für zehn Tage mit Schülern aus ganz NRW zusammen in dem Internat wohnen und dort einen selbst ausgewählten Kurs und Freizeitaktivitäten besuchen. Allerdings ist das 2020 wegen Corona ganz ausgefallen. Deswegen wurden in diesem Jahr auch Schüler der zehnten Klasse angenommen. Leider musste die Akademie wegen Corona digital stattfinden, also in Form von Videokonferenzen.

Die Kurswahl war aber genau wie bei der „normalen“ Akademie. Es gab viele verschiedene Kurse, von Informatik (z.B. Computerlinguistik) und Mathematik, Physik und Astronomie bis hin zu Psychologie oder Geschichte gab es alles Mögliche. Ein paar Kurse wurden auch auf Englisch gehalten.
Wenn man an Kurse denkt, erinnert das wahrscheinlich schnell an ganz normale Schulkurse, aber zumindest der Kurs, den ich besucht habe (Geschichte in populären Medien), war ganz anders: Wir haben darüber gesprochen, wie die Geschichte in heute üblichen Medien dargestellt, verändert und erklärt wird. Dabei durften wir bei jedem neuen Medium erst einmal selbst sammeln und dann haben wir eine Einführung in das Medium bekommen. Die ganzen Themen mussten wir natürlich nicht lernen oder aufsagen, denn es war ja eine Art Vertiefung für interessierte Schüler und kein Test.
Die Kursleiter waren alle junge Studierende, die alle geduzt wurden und auch sonst mehr wie Altersgenossen und nicht wie Lehrer waren. Aber trotzdem haben sie uns Inhalte beigebracht und uns Aufgaben gegeben. Die waren sehr abwechslungsreich und ich habe nur ein einziges kurzes Thema aus meinem Kurs nicht so spannend gefunden. Die anderen waren alle sehr interessant.
Am schönsten war es, mit den anderen Kursteilnehmern zusammenzuarbeiten. Es gab viel Gruppenarbeit und ich habe die anderen Teilnehmer kennengelernt und mich oft mit ihnen unterhalten.

Die Kurse gingen immer von 9.00 bis 12.30 Uhr morgens und von 16.00 bis 18.00 Uhr abends. Es war zwar anstrengend, den ganzen Tag am Computer Videokonferenzen zu haben, aber es gab zwischendurch immer wieder Pausen und normalerweise hätte das Ganze ja in Präsenz stattgefunden.

Neben den Kursen gab es kursübergreifende Angebote (KüAs). Jeder Teilnehmer konnte quasi selbst eine AG anbieten, die er auf dem schwarzen Brett (einem Padlet) hochladen konnte. In der Mittagszeit und abends konnten dann alle anderen an den KüAs teilnehmen. Zu den Inhalten gab es keine Vorgaben, von Onlinespieleabenden bis hin zu Buchclubs oder Sport- und Musikprojekten gab es alles.
Ich fand es sehr schön, an verschiedenen KüAs teilzunehmen, weil man dort Leute treffen konnte, die dasselbe Hobby oder dieselben Interessen haben wie man selbst. Ich war zum Beispiel beim kreativen Schreiben und in einer Improvisationstheatergruppe. Dort habe ich sogar (obwohl es ja nur Konferenzen waren) neue Freunde gefunden, mit denen ich mich auch jetzt nach der Akademie noch regelmäßig in Konferenzen treffe.

Am Anfang hatte ich Angst, dass ich niemanden finden würde, der dieselben Interessen hat wie ich oder dass ich mich langweilen könnte. Aber das ist beides nicht passiert: Es gab ca. 270 Teilnehmer, darunter waren einige, die meine Interessen teilen. Und Langeweile hatte ich sowohl im Kurs als auch in den KüAs nie. Manchmal haben wir abends bis nach zwölf Uhr gequatscht und waren am nächsten Morgen, als wir um neun wieder in der Konferenz sein mussten, zwar müde, aber trotzdem motiviert. Unser Kursleiter war außerdem sehr verständnisvoll und hat uns immer wieder gesagt, dass wir ihm eine Mail schreiben sollen falls wir wegen der vielen Konferenzen erschöpft sind und einen Nachmittag Pause brauchen.

Am Ende der zehn Tage gab eine digitale Abschlussfeier, eine Videokonferenz mit über 200 Teilnehmern. Die Musikprojekte wurden vorgestellt, es gab zum Beispiel einen selbstgeschriebenen Song und ein Märchen Hörspiel. Danach gab es eine Spielrunde, die in Breakoutrooms stattgefunden hat. Bei einer normalen Abschlussfeier wäre es natürlich anders gewesen, aber es hatten trotzdem alle Spaß.

Obwohl es digital war, hat die Akademie viel Spaß gemacht. Wir fanden es trotzdem alle schade, dass wir uns nicht im echten Leben sehen konnten, aber unser Kursleiter wird noch ein Treffen in Präsenz organisieren und es gibt jedes Jahr auch Akademien, für die man nicht von der Schule angemeldet werden muss. Jeder, der bei der Junior Akademie teilgenommen hat, kann sich hinterher für andere Akademien anmelden. Ich werde mich auf jeden Fall noch mal an einer Akademie anmelden, denn die Junior Akademie hat mir sehr gut gefallen! Wenn euch ein Lehrer vorschlägt teilzunehmen, dann kann ich euch sehr empfehlen euch anzumelden!

Johanna Kurschatke, Q1

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