SZ-online: Das Leben nach der Kriegszeit

 

Das Leben nach der Kriegszeit


Uns wurden die Erlebnisse eines Mannes erzählt, der zur Zeit der Nachkriegszeit seine Jugend gelebt hat. Im Folgenden wird beschrieben, welche Erfahrungen er damals gemacht hat.
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Wie war das Leben eigentlich früher nach dem zweiten Weltkrieg? Ein Bericht:

Er wurde in Oberstdorf geboren, da seine Familie dorthin geflohen ist, aufgrund des zweiten Weltkrieges. Sein Vater starb schon vor seiner Geburt in einem U-Boot, welches durch einen Torpedo zerstört wurde. Er hatte auch einen Zwilling, der aber kurz nach der Geburt wegen Unterernährung verstarb. Früher konnte es vorkommen, dass Kinder nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurden, ohne dass ihre Eltern es wussten, da ihnen erzählt wurde, dass die Kinder verstorben seien. Das mysteriöse an seinem Fall ist, das sein Zwillingsbruder nie in das Familienstammbuch eingetragen wurde, obwohl die Kinder auch wenn sie kurz nach der Geburt sterben, in das Buch eingetragen werden. Es war für seine Mutter als Witwe nicht leicht, sie bekam einen Schatten auf der Lunge. Da niemand auf ihn und seinen Halbbruder aufpassen konnte, mussten sie getrennt voneinander in verschiedene Heime. Er war auf Norderney und sein Bruder ging nach Bayern. Das Heimweh war groß, doch es wurde besser. Sechs Monate blieb er dort, während dieser Zeit verstarb sein Opa, dies erfuhr er aber erst als er wieder zu Hause war, damit er nicht wieder Sehnsucht nach seiner Heimat bekam. Zu Hause war sein Leben sonst wie gewohnt: gebadet wurde mit demselben Wasser das sein Bruder benutzte, Joghurt wurde aus abgestandener Milch gemacht, Zucker auf Brot war die einzige Süßigkeit und die Wäsche wurde mit der Hand gewaschen, da Waschmaschinen zu dieser Zeit noch zu Luxusartikeln zählten. Im Grundschulalter schickte seine Mutter ihn dann in ein Internat, auf den Wunsch seines Großvaters hin. Das Internat war ein reines Jungengymnasium und sehr Religiös, es wurde ausschließlich von Missionaren geleitet. Er hat die Internatszeit nie schön beschrieben. Die ganze Internatszeit war geprägt von Angst und Furcht. Beim Essen durfte man nicht reden, sie mussten einmal pro Woche unter ein bestimmtes Licht für genug Vitamin D, auch nach der Nachtruhe war Reden strengstens untersagt. Regelverstöße wurden harten Strafen geahndet: die Schüler die redeten wurden geschlagen und mussten auf den kalten Badezimmerfliesen stehen ohne einzuschlafen. Er wollte immer weg doch in den ersten Ferien durften die Schüler noch nicht nach Hause. Sobald es ihm erlaubt war, für die Ferien nach Hause zu fahren, packte er alle seine Sachen und kam nie wieder. Er erzählte alles seiner Mutter, die nichts davon wusste, dass die Schüler geschlagen werden. Danach ging er auf die Volksschule, da auf das Gymnasium oft nur die Reichen gehen konnten, die dafür bezahlten, dass ihre Kinder auch mit schlechtem Schnitt diese Schule besuchen konnten.


Sein ganzes Leben hat ihn geprägt und ihn zu dem gemacht wer er heute ist.

Am Ende muss man sagen, dass es früher sehr davon anhängig war, wie viel Geld man hatte. So hatten es Kinder aus reichen Familien leichter, als Kinder aus ärmeren Verhältnissen. Sie hatten einfach mehr Möglichkeiten und Chancen.

 

von Lotta Ketteler und Laura Voelkel (8a)

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