SZ-online: Der Klimawandel – Ein Interview mit dem Deutschen Wetterdienst

 

Der Klimawandel – Ein Interview mit dem Deutschen Wetterdienst

Florian Imbery berichtet, was hinter den Kulissen des Klimas passiert, wie es funktioniert und was geschehen könnte, wenn der Klimawandel noch weiter fortschreitet.

Seit ca. zehn Jahren arbeitet Florian Imbery bei dem deutschen Wetterdienst, nachdem er seinen Abschluss an der Universität gemacht hat. Schon immer wollte er sich mit dem Klima beruflich beschäftigen. In der staatlichen Institution DWD (Deutscher Wetterdienst) arbeitet er nun als Klimatologe in der Abteilung als Qualitätsprüfer, wo er die Qualität der Messdaten von den verschiedenen Messstationen  mit anderen Arbeitskollegen überprüft. Insgesamt gibt es vier verschiedene Abteilungen im DWD. Einmal die Qualitätsprüfung, die Klimaberatung, die Akrametelogie und die Hytrometelogie, wo man Fragen von Menschen ganz Deutschlands beantwortet, sich um den Zusammenhang zwischen Klima und Landwirtschaft und zu guter Letzt um den Niederschlag, sowie dem Wasserschutz, wie zum Beispiel mit Hochwassergebieten beschäftigt. Es gibt insgesamt ca. 800 Messstationen für das Klima und etwa 2000 Stationen für den  Niederschlag, die meistens nur Techniker zum Vorschein bekommen, da an jeder Station mindestens ein Computer steht, der die Daten dann automatisch an den DWD weiterleitet, weshalb die Nachfrage groß ist dort zu arbeiten. Wenn man jedoch nicht als Techniker oder durchaus auch als Informatiker arbeitet, sitzt man meistens nur am Schreibtisch vor dem Computer und prüft die Ergebnisse oder telefoniert auch mal mit anderen Städten, wie zum Beispiel mit Düsseldorf oder Ländern wie  der Schweiz, Österreich, Frankreich, England und Holland und anderen Personen. Der Klimatologe Florian Imbery erklärt auch: „Die Windrichtung, sowie auch die Windgeschwindigkeit kann man an Hand eines kleinen Propellers, der auf einem Mast befestigt ist messen, indem, wenn Wind aufkommt, ein Signal abgegeben wird, weshalb man die Anzahl der Signal nach einer Minute berechnet, wodurch man die gewünschten Ergebnisse herausbekommt. Die Lufttemperatur kann man anhand eines Wiederstandes aus Platin messen, der in einem Stromkreis eingebaut ist, sodass wenn sich die Temperatur verändert, sich die Spannung des Stromes im Stromkreis auch verändert, sodass wiederum eine Widerstandsveränderung verläuft, die dann automatisch auch ein Signal an den DWD weiterleitet. All die Messdaten werden auf der eigenen Homepage freigegeben, wo sie sich die Nachrichten herunterladen können oder Firmen diese Daten ankaufen und an die Nachrichten weiterverkaufen.“ Falls sich dann doch mal die Daten einer einzelnen Station stark von den anderen Stationen  im nahem liegenden Bereich unterscheiden, meldet die Abteilung „Qualitätsprüfung“ dies an einen oder an mehrere Techniker, die dann gezielt  diese Station überprüfen. Doch so gut wie immer sind die Messdaten korrekt gemessen. Zudem kann man diese auch noch bis zum Jahr 1881 zurückverfolgen, sodass man seitdem erkennen konnte, dass sich die normale Temperatur in Deutschland um 1,6 °C verändert hat und das Klima mit den bisherigen Daten bis zu 100 Jahre vorherschätzen. Um den Mittelwert des Klimas an einen bestimmten Ort herauszufinden dauert es bis zu ca. 30 Jahre, wo es im Gegensatz zu dem Wettert sehr lange dauert, da das Wetter keinen richtigen Mittelwert besitzt, weil es sich spontan ändern kann, auch wenn die vorherigen gemessenen Ergebnisse auf etwas anderes hinaus gedeutet hätten. Zudem fragt sich der Klimatologe Florian Imbery: „Was würde passieren, wenn sich jeder einzelne Mensch für einen kurzen Zeitraum zusammenreißen würde und auf den Müll-und Abgasverbrauch achten würde? Wie kann ich mich ändern, wenn ich doch auch möchte, dass die Malediven, die Marshall Inseln, das kleine Tuvalu, 30.000 Quadratkilometer in Bangladesch und die Millionenstadt Alexandria nicht überschwemmt werden, da die Chance hoch ist, wenn wir immer so weiter machen, der Meeresspiegel noch über einen Meter ansteigen kann. Durch diese, wenn auch nur so klein anhörende Steigung, Millionen Menschen ihre Heimat und Familien verlassen müssen oder sogar ganz verlieren. Was Millionen, wenn nicht sogar später in ein paar Jahren eine Milliarde Menschen auf der ganzen Welt betreffen würde.“  Diese Worte müsste sich Herr Imbery nicht fragen, wenn es das Treibhausgas Kohlendioxid weniger in unserer Atmosphäre geben würde. Doch jeder einzelne Bürger und jede einzelne Bürgerin, wovon es zurzeit ca. 81.460.000 Millionen in Deutschland  gibt, stößt jährlich ca. 9,6 Tonnen von Kohlendioxid aus.

Quelle: Florian Imbery

Autorin: Marie Wegner

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