SZ-online: Privatsphäre, was war das nochmal?

 

 

Privatsphäre, was war das nochmal? 

Eines steht fest: Wir gehen viel zu leichtfertig mit unseren Daten im Web um. Gerade Jugendliche denken selten an die Konsequenzen, die das Veröffentlichen von sensiblen Daten im Netz mit sich bringt. Ein Partyfoto hier, ein Familienbild dort. Möglichst viele Menschen sollen an meinem Leben teilhaben. Privatsphäre, was war das nochmal?

Dieses Phänomen bescherten uns die sogenannten sozialen Netzwerke. Mittlerweile sind sie aus dem Alltag vieler Deutscher nicht mehr wegzudenken. Doch zu diesem Wandel in der Kommunikation gehört auch, wer hätt's gedacht, Aufklärung. Es gibt viele gute Gründe, nicht jeden an seinem persönlichen Leben teilhaben zu lassen. Hier mal ein paar Beispiele:

Ø  Viele Arbeitgeber informieren sich über ihre Bewerber/innen zuerst online. Stoßen sie dann auf Profile in sozialen Netzwerken wie Facebook, die aus Sicht der Personaler unseriös wirken, haben die Bewerber/innen schon von Beginn an schlechtere Karten.

Ø  Fast jeder benutzt Suchmaschinen wie Google. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Suchanfragen werden auf weltweiten Servern gespeichert und können dort wie Puzzleteile zusammengesetzt werden. Dabei wird die komplette Persönlichkeitsstruktur, samt Vorlieben oder Krankheitsgeschichte, erarbeitet.

Ø  Das Posten eines zunächst harmlosen Bildes kann viel verändern. Das zeigte auch der Fall Amanda Todd, eines Mädchens aus den USA, das nach dem Hochladen eines Nacktfotos zum Cybermobbingopfer wurde. Nach mehrmaligem Schulwechsel nahm sie sich aus Verzweiflung das Leben.

Also nochmal zusammengefasst: Die Privatsphäre ist ein Auslaufmodell. Arbeitgeber verwenden unsere Daten im Web zum „Aussortieren”. Weltweite Server speichern alles, was wir im Netz anrühren. Es werden Profile erstellt, die mehr von uns wissen als wir selbst.

Und jetzt mal ganz ehrlich: Das will doch niemand!

Sebastian Pels

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