Grundsätze der Leistungsbeurteilung am VGK

 

Vorbemerkungen

Das vorliegende Konzept beschreibt die praktizierte Form der Bewertung von Schülerleistungen am Vestischen Gymnasium.
An den hier vorliegenden Festlegungen sollen sich alle Lehrkräfte des Vestischen Gymnasiums orientieren.
Unter Zugrundelegung der rechtlichen Vorgaben sind Maßstäbe abgesprochen, die für alle Kolleginnen und Kollegen als verbindlich gelten.
ie Fachschaften berDücksichtigen innerhalb ihrer Arbeiten an den schulinternen Fachcurricula inhaltliche und methodische Besonderheiten, die sich aus den Spezifikationen des jeweiligen Faches ergeben.
Ziel des Konzepts ist es, allen Beteiligten am Schulleben, insbesondere Schülerinnen und Schülern sowie Eltern, die Leistungsbewertung transparent und nachvollziehbar zu machen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Beteiligten an der schulischen Arbeit.
 

Grundsätze der Leistungsbeurteilung im Rahmen des Leitbildes des VGK

Die Ziele der schulischen Bildung am VGK richten sich auf die „Herausbildung einer umfassenden Persönlichkeit“[1] der Schülerinnen und Schüler, d. h. auf die Ausbildung von Einstellungen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Erkenntnissen,Wissen und Kreativität.
Eine solche Zielorientierung umfasst nicht nur kognitive, sondern auch soziale und emotionale Dimensionen.
Entsprechend gründet Leistungsbeurteilung am Vestischen Gymnasium auf folgenden Grundsätzen:
  • Leistungsbeurteilung geschieht auf der Grundlage vertrauensvoller Beziehungen, die von Wertschätzung und gegenseitigem Respekt geprägt sind, was beispielsweise die Kommentierung von Leistungsnachweisen betrifft.
  • Leistungsbeurteilung erfolgt auch unter Berücksichtigung individueller Lernvoraussetzungen und der aktuellen Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler (z.B. in Fällen besonderer Schicksalsschläge, einer besonderen aktuellen Gesundheits- oder Ernährungssituation, einer schwierigen familiären Situation).
  • Leistungsbeurteilung dient nicht vordergründig der Konkurrenzorientierung, sondern soll auch die Kooperation und das Miteinander -Lernen der Schüler/innen fördern.
  • Leistungsbeurteilung erfolgt lernprozessorientiert, d. h. nicht in Form einer 'Endabrechnung', sondern unter Berücksichtigung selbst beurteilenden und selbst erfahrenden sowie methodisch-strategischen und sozial-kommunikativen Lernens.
  • Leistungsbeurteilung erfolgt auf der Grundlage systematischer Unterstützung durch individuelle Beratungs-und Förderangebote sowie Kooperationen mit außerschulischen Fachkräften.
  • Leistungsbeurteilung braucht Kommunikation und Reflexion, z. B. im Rahmen der Stufenteam- und Fachkonferenzarbeit (gemeinsame Qualitätsansprüche), im Lehrerteam einer Klasse (Absprachen und Kooperation), mit den Lernenden (Leistungserwartungen) etc.
  • Leistungsbeurteilung fördert auch die Selbstbeurteilung durch die Lernenden, d. h. ihre Fähigkeit, eigene Stärken und Schwächen realistisch einschätzen zu lernen und ihr Lernverhalten bzw. ihre Lernverantwortung zu entwickeln.

 

Gesetzliche Vorgaben und Beschlüsse der Lehrerkonferenz als Basis der

Leistungsbeurteilung in den Sekundarstufen I und II

 

Die Beurteilung von Schülerleistungen in der Sek. I wird geregelt durch das Schulgesetz § 48:
 
sowie die APO-SI § 6:
 
und wird ergänzt durch eine Reihe von Erlassen wie dem LRS-Erlass:
 
dem Hausaufgaben-Erlass:
 
sowie dem Erlass zur Lernstandserhebung:
 
Für die Sek. II regelt die Verordnung über den Bildungsgang und die Abiturprüfung in der gymnasialen Oberstufe (APO-GOSt), 3. Abschnitt §§ 13 – 17 die Beurteilung von Schülerleistungen:
 
Gleichzeitig finden die Vorgaben der Kernlehrpläne für die jeweiligen Fächer Berücksichtigung.
Die Fachkonferenzen überarbeiten regelmäßig das jeweilige schulinterne Curriculum. Dieses gibt für alle Jahrgangsstufen der Sek. I konkrete Hinweise und Hilfen auch in Bezug auf die Leistungsüberprüfung und –bewertung.
 
 

Begriffliche Klärung

„Die Leistungsbewertung soll über den Stand des Lernprozesses der Schülerin oder des Schülers Aufschluss geben; sie soll auch Grundlage für die weitere Förderung der Schülerin oder des Schülers sein. Die Leistungen werden durch Noten bewertet.“

„Die Leistungsbewertung bezieht sich auf die im Unterricht vermittelten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Grundlage der Leistungsbewertungen sind alle von der Schülerin oder dem Schüler im Beurteilungsbereich 'Schriftliche Arbeiten' und im Beurteilungsbereich 'Sonstige Leistungen im Unterricht' erbrachten Leistungen.“
[SchulG § 48 (1), (2)].

Die Ausschnitte aus dem Gesetzestext machen die Notwendigkeit deutlich, über den schriftlichen Bereich hinaus Leistungsbeurteilungen vornehmen zu müssen. Grundlage dafür ist die Leistungsmessung, bei der es darum geht, Leistungen zu erheben oder zu beobachten.

 

Funktionen der Leistungsbeurteilung

 

Schriftliche Arbeiten

Leistungsbeurteilungen dienen als Instrument der Qualitätssicherung.

Zu den schriftlichen Lernerfolgsüberprüfungen gehören in der Sekundarstufe I neben den Klassenarbeiten in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und der zweiten Fremdsprache die Lernstanderhebungen im 8. Jahrgang in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik sowie die schriftlichen Arbeiten in den Differenzierungskursen der Mittelstufe.

Im Sinne der Qualitätssicherung ist es Aufgabe der Fachkonferenzen des VGK, im Zusammenhang mit der gemeinsamen Erarbeitung des schulinternen Curriculums bzw. vor dessen Hintergrund den Umgang mit obligatorischen sowie fakultativen Vorgaben zu vereinbaren, z. B. die Zuordnung verschiedener Aufgabentypen zu bestimmten Unterrichtsvorhaben oder Halbjahren.

Neben der gemeinsamen Vorbereitung und Planung ist gerade in Hinsicht auf eine Qualitätsentwicklung die Auswertung der Ergebnisse von Bedeutung. Die Auseinandersetzung mit den zutage getretenen Defiziten muss auch die Qualität des Unterrichts selbst in die Betrachtung einbeziehen. Dies gilt auch und gerade Lerngruppen übergreifend. Dazu haben sich die Fachschaften der Kernfächer geeinigt, Parallelarbeiten gemeinsam zu erstellen und nach dem gleichen Korrekturschlüssel zu korrigieren, sofern es aus organisatorischen Gründen möglich ist. Im Fach Mathematik werden i. d. R. Parallelarbeiten geschrieben. 

Darüber hinaus analysieren die Fachkonferenzen unter Einbezug der Unterrichtsbedingungen die Ergebnisse der Lernstanderhebungen, ziehen Konsequenzen für den Unterricht, verschriftlichen diese, legen sie dem Schulleiter vor und reichen sie anschließend an die Bezirksregierung weiter.

Eine weitere Maßnahme, die sich aus der Notwendigkeit der Überprüfung schulischer Vorgänge ergibt, ist das regelmäßig in jedem Halbjahr erfolgende stichprobenartige Gegenlesen von Klassenarbeiten aus allen Klassenstufen durch die Erprobungsstufen- bzw. Mittelstufenkoordinatorinnen und -koordinatoren.
Dazu werden in bestimmten Jahrgangsstufen und Fächern zu jeder Klassenarbeit jeweils drei Arbeitshefte zusammen mit einer Ergebnisübersicht den Koordinatorinnen oder Koordinatoren vor Rückgabe der Klassenarbeit eingereicht. Die eingereichten Arbeitshefte sollen das gesamte Leistungsspektrum der Lerngruppe widerspiegeln. Die Koordinatorinnen und Koordinatoren prüfen die Korrektur hinsichtlich formaler Aspekte (z. B. Transparenz der Beurteilungskriterien, Lernhinweise) und bezogen auf die erzielten Ergebnisse. Die Fachlehrer/innen sowie der Schulleiter erhalten durch die Koordinatorinnen und Koordinatoren eine kurze Rückmeldung.
Im Schuljahr 2011/2012 wurden in den Jahrgangsstufen 5, 6, 7 und 9 im 1. Halbjahr alle Fächer kontrolliert, im 2. Halbjahr wurden die Fächer Englisch und Mathematik überprüft. Im 1. Halbjahr des Schuljahres 2012/2013 stand die Überprüfung für die Fächer Deutsch und Latein/Französisch an.

Für die Anzahl der Klassenarbeiten gelten die Bestimmungen, wie sie unter derAdresse

http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulrecht/APOen/AnzahlKlassenarbeiten.html

eingesehen werden können und in den hausinternen Curricula für die Sek. I präzisiert sind.

Diese Bestimmungen gelten als Grundlage für die Einigungen über Anzahl und Dauer der Klassenarbeiten in den Klassen der Sekundarstufe I:

Klasse

Deutsch

Englisch

Französisch/Latein

Mathematik

Anzahl

Dauer
(Std.)

Anzahl

Dauer
(Std.)

Anzahl

Dauer (Std.)

Anzahl

Anzahl

5

6

1

6

1

 

 

6

6

6

1

6

1

6

1

6

7

6

1 - 2

6

1

6

1

6

8

3 + 2

1 - 2

3 + 2

1 - 2

2 + 3

1

3 + 2

9

4

2 - 3

4

1 - 2

4

1 - 2
eine Arbeit:
> 60 Min.

4

In den Vorbereitungen auf die Klassenarbeiten bzw. Klausuren gelten die vorgegebenen Aufgabentypen im Kernlehrplan bzw. in den Vorgaben für das Zentralabitur. Die Schülerinnen und Schüler müssen also mit den Aufgabentypen vertraut sein und Gelegenheit zum Üben haben.

Einmal im Schuljahr kann pro Fach eine Klassenarbeit durch eine andere Form der Leistungsüberprüfung ersetzt werden [s. Verordnung über die Ausbildung und die Abschlussprüfungen in der Sekundarstufe I – Ausbildungs- und Prüfungsordnung Sekundarstufe I – APO-SI vom 29. April 2005, geändert durch Verordnung vom 13. Juli 2005 (SGV.NRW.223) § 6 (7)]. Die Fachschaften sprechen sich intern ab, ob und - wenn ja - an welchen Stellen eine solche andere Form der Leistungsüberprüfung Sinn macht.
Ziel wird hier sein, verbindliche Absprachen für alle Fächer und Jahrgangsstufen der Sekundarstufe I zu treffen.

Grundsätzlich dient die Vorbereitung und Durchführung einer Klassenarbeit bzw. Klausur auch dem Zweck, die Schülerinnen und Schüler auf die Formate vorzubereiten, die in den zentralen Prüfungen gefordert werden.

Terminliche Planung von Klassenarbeiten und Klausuren

Klassenarbeiten und Klausuren bedürfen einer zielgerichteten Vorbereitung und Übung im Unterricht. Sie basieren auf den gemeinsam vereinbarten Absprachen des Hauscurriculums.

Die Termine für die Klassenarbeiten werden in der Regel von der jeweiligen Fachlehrerin bzw. dem jeweiligen Fachlehrer zu Beginn des Schuljahres für ein Halbjahr festgelegt und in dem Ordner im Lehrerzimmer eingetragen. Die Kursarbeiten für die Differenzierungskurse werden durch den Mittelstufenkoordinator festgelegt und ebenfalls in dem Ordner eingetragen. Sie haben Vorrang vor den anderen Klassenarbeiten.
Die Planung berücksichtigt die gleichmäßige Verteilung der Arbeiten auf das Halbjahr. Die Klassenleitung koordiniert die gleichmäßige Verteilung der Klassenarbeiten. Die Klassenarbeiten sollten, sofern es organisatorisch möglich ist, am Ende der einzelnen Unterrichtsvorhaben liegen.

Für die Oberstufe legt der Oberstufenkoordinator in Absprache mit den Jahrgangsstufenleiterinnen und -leitern und der Schulleitung die Termine der Klausuren für ein Halbjahr fest. Sie werden den Schülerinnen und Schülern zu Beginn eines Schulhalbjahres durch Aushang angekündigt.

Kriterien der Bewertung

Schon bei der Aufgabenentwicklung für eine Klassenarbeit bzw. Klausur ist es wichtig, verschiedene Anforderungsniveaus zu berücksichtigen. Hierfür müssen nicht nur die Aufgabenformulierungen eine Differenzierung ermöglichen, sondern die Punktzahl-Bereiche müssen so breit angelegt sein, dass auch innerhalb einer Notenspanne bereits differenziert beurteilt werden kann, um der Heterogenität der Lerngruppen gerecht werden zu können.
Zu jeder Aufgabe ist ein Erwartungshorizont der Schülerleistungen zu formulieren, der den geforderten Leistungsanspruch festlegt. Das jeweilige Anforderungsniveau ist im Sinne einer höheren Transparenz mit festzulegen. Dieser Erwartungshorizont ist mit der Rückgabe der Klassenarbeiten transparent zu machen.
Spätestens in den Kursen der Qualifikationsphase sind differenzierte schriftliche Rückmeldungen den Schülerinnen und Schülern auszuhändigen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, eigene Defizite zu analysieren und zu verbessern.

Das Bewertungssystem von Oberstufenklausuren sollte sich an dem Berechnungssystem des Zentralabiturs orientieren. Allerdings können in Zweifelsfällen auch pädagogische Erwägungen zur Notenbildung herangezogen werden.
Grundsätzliche Abweichungen von diesem Berechnungssystem werden in den jeweiligen Fachcurricula begründet.

Facharbeiten

Im zweiten Halbjahr der Jahrgangsstufe „Qualifikationsphase I“ wird die erste Klausur des Kurses, dem die Facharbeit zugewiesen wurde, durch diese besondere Form der wissenschaftlichen Arbeit ersetzt.

Die Facharbeit  (und auch die Arbeit im Rahmen eines Projektkurses) bietet in der Oberstufe des Gymnasiums die Chance, Ziele zu verfolgen, die durch den normalen Unterrichtsalltag nur ansatzweise erreicht werden können. Neben den rein auf das Fach bezogenen Aspekten gibt es eine Reihe von pädagogischen Zielen, die im Rahmen einer solchen Arbeit angestrebt werden. Nähere Ausführungen zu fachlichen und methodischen Zielen sind den entsprechenden Erläuterungen in Kapitel  B III 2.c) und B IV 4. zu entnehmen.

Am Vestischen Gymnasium werden die Schülerinnen und Schüler im Rahmen zweier Methodentage sehr intensiv in Form zugewiesener fachspezifischer Module auf die besonderen Anforderungen und die Zielsetzung einer Facharbeit vorbereitet. Beurteilungsfragen an eine Facharbeit (für Schüler/innen) sowie Bewertungskriterien (für Lehrer/innen) werden im Rahmen dieser Methodentage im Vorhinein transparent gemacht (vgl. Skript „Arbeitstechniken zum Erstellen einer Facharbeit“, Januar 2012, S. 39f.).

Bereich „Sonstige Mitarbeit“

Die Leistungen im Bereich der „Sonstigen Mitarbeit“ ergeben sich in erster Linie aus einer Beurteilung vor allem der mündlichen Beiträge während des Unterrichtsgeschehens. Zu den rein mündlichen Leistungen, das heißt dem verbalen Äußern während des Unterrichts, gehören zum Beispiel auch Präsentationen, die mündliche Wiedergabe von HörtextenVorträge von (Gruppen-)Ergebnissen und Wiederholungen. Hierbei spielen Qualität und Kontinuität der Beiträge eine große Rolle. Zudem werden neben der Sachkompetenz der Schüler/innen immer auch die Methoden-, teilweise auch soziale Kompetenzen in die Bewertung einbezogen.

Die Maßstäbe und Instrumentarien der Bewertungen im Bereich der „Sonstigen Mitarbeit“ zu entwickeln, zu vereinheitlichen und transparent zu machen, ist Ziel der Qualitätsentwicklung des Vestischen Gymnasiums. Gerade im Bereich der mündlichen Mitarbeit stellt sich die Frage: Wie wird die Lernleistung messbar und bewertbar gemacht? Hierzu treffen die Fachkonferenzen Absprachen. Dabei bildet den Rahmen dieser Absprachen folgender Kriterienkatalog:

Beschreibung der Anforderungen
Leistungssituationen
Die Leistung entspricht den Anforderungen in besonderem Maße
(sehr gut)
  • regelmäßig und fortwährend freiwillige Mitarbeit im Unterricht
  • Erkennen des Problems und dessen Einordnung in einen größeren Zusammenhang, sachgerechte und ausgewogene Beurteilung
  • eigenständige gedankliche Leistung als Beitrag zur Problemlösung
  • angemessene, klare sprachliche Darstellung
Die Leistung entspricht voll den Anforderungen
(gut)
  • regelmäßig freiwillige Mitarbeit im Unterricht
  • Verständnis schwieriger Sachverhalte und deren Einordnung in den Gesamtzusammenhang des Themas
  • Erkennen des Problems, Unterscheidung zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem
  • Kenntnisse, die über die Unterrichtsreihe hinausreichen
Die Leistung entspricht im Allgemeinen den Anforderungen
(befriedigend)
  • regelmäßige (freiwillige) Mitarbeit im Unterricht
  • im Wesentlichen richtige Wiedergabe einfacher Fakten und Zusammenhänge aus unmittelbar behandeltem Unterrichtsstoff
  • Verknüpfung mit Kenntnissen des Stoffes der gesamten Unterrichtsreihe
Die Leistung weist zwar Mängel auf, entspricht im Ganzen aber noch den Anforderungen
(ausreichend)
  • nur gelegentlich freiwillige Mitarbeit im Unterricht
  • Äußerungen beschränken sich auf die Wiedergabe einfacher Fakten und Zusammenhänge aus dem unmittelbar behandelten Stoffgebiet und sind im Wesentlichen richtig
Die Leistung entspricht den Anforderungen nicht, notwendige Grundkenntnisse sind jedoch vorhanden und die Mängel in absehbarer Zeit behebbar
(mangelhaft)
  • kaum freiwillige Mitarbeit im Unterricht
  • Äußerungen nach Aufforderung sind nur teilweise richtig
Die Leistung entspricht den Anforderungen nicht. Selbst Grundkenntnisse sind so lückenhaft, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behebbar sind.
(ungenügend)
  • keine freiwillige Mitarbeit im Unterricht
  • Äußerungen nach Aufforderung erfolgen nicht bzw. sind falsch

Für die Beurteilung der mündlichen Leistungen gilt generell der Grundsatz, dass die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit haben müssen, sich äußern zu können. Für die Schülerinnen und Schüler besteht in der Sekundarstufe I also keine „Bringschuld",

Leistungen müssen demzufolge von der Lehrkraft auch eingefordert werden und es muss zur Mitarbeit aufgefordert werden.

Darüber hinaus werden für den Bereich der Sonstigen Mitarbeit auch schriftliche Leistungen erbracht, wie schriftliche ÜbungenLernerfolgskontrollen, Protokolle, das Führen einer Mappe/eines Heftes, das Ausarbeiten eines Referates oder eines Lernplakats o.ä. Auch praktische Arbeiten bzw. 'Produkte' beispielsweise einer künstlerischen Arbeit sind hier zu nennen.

Eine Sonderstellung nehmen die Hausaufgaben ein: „Hausaufgaben werden in der Regel nicht zensiert, sollten jedoch unter pädagogischen Aspekten Anerkennung finden.“ (vgl. Hausaufgaben-Erlass: www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulrecht/Erlasse/12-31Nr1.pdf).
Hierzu hat sich im Anschluss an eine Fortbildungsveranstaltung für das gesamte Kollegium am Vestischen Gymnasium eine Arbeitsgruppe konstituiert, die daran arbeitet, den pädagogischen Stellenwert von Hausaufgaben und deren Beiträge zur Qualitätssicherung unter Berücksichtigung der fachspezifischen Erfordernisse zu vereinheitlichen.

 

Für die Schülerinnen und Schüler der Freiarbeitsklassen in der Erprobungsstufe wurde als ergänzendes Formular zum Zeugnis ein Beurteilungsbogen entwickelt, der Selbst- und Fremdeinschätzungen (in je drei Abstufungen) zu Arbeits- und Sozialverhalten, Planungsfähigkeiten, Selbstständigkeit, Zeiteinteilung, Arbeitsergebnissen und Entwicklungsperspektiven der Schülerin bzw. des Schülers enthält. Dieser wird außer von der Schülerin/dem Schüler auch von der/dem Klassen- und Freiarbeitslehrer/in ausgefüllt. Der Beurteilungsbogen dient dazu, die Fähigkeiten der Selbsteinschätzung, die in der Erprobungsstufe entwicklungspsychologisch bedingt i.d.R. noch nicht sehr ausgeprägt sind, frühzeitig weiterzuentwickeln und Kriterien der Beurteilung (auch den Eltern) transparent zu machen. Mit den Schülerinnen und Schülern der übrigen Klassen der Erprobungsstufe wird eine solche Einschätzung von Leistungen im Rahmen des Fachunterrichts eingeübt.

 

Perspektive

Ebenso wie die methodischen und die inhaltlichen Anforderungen stetigen Adaptionen unterliegen, müssen auch die entsprechenden Bewertungskriterien regelmäßig reflektiert und ggf. überarbeitet werden.

Den Lehrerinnen und Lehrern des Vestischen Gymnasiums ist dabei eine einheitliche Bewertung von Leistungen nach gemeinsam entwickelten Kriterien ein besonderes Anliegen.

Dies geschieht vor allem in den Fachkonferenzen, in denen im Rahmen der regelmäßigen Reflexionen der Fachcurricula auch die Bewertungskriterien besprochen werden, zum anderen aber auch in den übergeordneten Gremien der Lehrer- und Schulkonferenz. Dieser stetige Austausch über das, was „Leistung“ in der Schule ausmacht und wie Leistungen bewertet werden sollen, wird auch in Zukunft eine wichtige Säule für die gemeinsame Arbeit am VGK sein.

 

 


[1] zu den Leitvorstellungen vgl. Leitbild