Vertretungsregelung    

                                                                

 

 

Zielsetzung

An jeder Schule kommt es vor, dass Lehrerinnen oder Lehrer kurz- oder längerfristig erkrankt sind, eine Klasse auf einer Klassenfahrt begleiten oder aus anderen Gründen ihren Unterricht nicht erteilen können. Vertretungsstunden gehören daher zum normalen Alltag.  

Wenn auch Unterrichtsausfall in der Praxis niemals vollständig vermieden werden kann, so muss doch der Kontinuität von Unterricht höchste Priorität eingeräumt werden. Besonders im Hinblick auf zentrale Leistungsüberprüfungen ist es wichtig, Lernzeit effektiv zu nutzen und damit die Voraussetzungen zum erfolgreichen Abschneiden bei den zentralen Prüfungen zu gewährleisten und zu verbessern.

Mit dem Vertretungskonzept des Vestischen Gymnasiums wird das Ziel verfolgt, einen verbindlichen Rahmen für die Organisation und die inhaltliche Gestaltung des Vertretungsunterrichts festzulegen, an dem sich Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer orientieren können.

 

Rechtlicher Rahmen

Die rechtliche Grundlage für den Vertretungsunterricht bildet die Allgemeine Dienstordnung (ADO), welche insbesondere in §11 (4) festlegt:

Lehrer und Lehrerinnen sind verpflichtet, auf Anordnung des Schulleiters oder der Schulleiterin auch Vertretungsunterricht zu erteilen. Sie sind zu einer angemessenen fachlichen Vorbereitung und Durchführung dieses Unterrichts verpflichtet (§ 5). Die zu Vertretenden haben – soweit dies zumutbar ist – sicherzustellen, dass die für den ordnungsgemäßen Vertretungsunterricht erforderlichen Unterlagen und Informationen zur Verfügung stehen (z. B. bereits behandelte Unterrichtsgegenstände, geplanter weiterer Verlauf des Unterrichts, geplante Klassenarbeiten und Klausuren).

Die Erteilung des kurzfristigen Vertretungsunterrichts wird im Rahmen der Mehrarbeitsverordnung (Mehrarbeit und nebenamtlicher Unterricht – BASS 21-22 Nr.21) auf die Arbeitszeit der Lehrkraft angerechnet. Sofern der stundenplanmäßige Unterricht wegen Abwesenheit der zu Unterrichtenden nicht erteilt werden kann (z. B. Abgangsklassen, Schulfahrten) oder durch die Abiturprüfung vorzeitig endet, sollen die nicht erteilten Unterrichtsstunden insbesondere für Vertretungszwecke verwandt werden.

 

Organisation des Vertretungsunterrichts

Der Vertretungsplan wird am frühen Morgen für den folgenden Unterrichtstag in der Pausenhalle und im Lehrerzimmer am Digitalen Schwarzen Brett veröffentlicht und ständig aktualisiert. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer sind verpflichtet, sich über den aktuellen Vertretungsplan zu informieren. Bei planbarer Abwesenheit einer Lehrerin oder eines Lehrers ist eine schriftliche Abmeldung in der Regel vier Tage vorher abzugeben. Bei plötzlicher, unvorhersehbarer Erkrankung ist das Sekretariat spätestens um 7.30 Uhr telefonisch zu informieren.

Für den Vertretungsunterricht in der Sekundarstufe I gilt folgendes Prinzip:

  • In den Klassen 5 und 6 wird der volle stundenplanmäßige Unterricht erteilt, auch Randstunden werden grundsätzlich vertreten („verlässliche Schule“).
  • In den Klassen 7 bis 9 werden alle Unterrichtsstunden täglich erteilt; in Ausnahmefällen –  plötzliche Erkrankung mehrerer Lehrer/innen – kann es zum Unterrichtsausfall einzelner Randstunden kommen. 

Die Auswahl der Vertretungslehrkräfte erfolgt nach folgenden Prioritäten: Vorrangig werden Lehrkräfte eingesetzt, welche die Klasse selbst unterrichten. Ist das nicht möglich, werden solche Lehrerinnen und Lehrer gewählt, die das zu vertretende Fach unterrichten, erst an dritter Stelle werden andere Lehrkräfte als Vertretung eingesetzt. Steht keine Lehrkraft mehr zur Verfügung, die die Vertretung übernehmen kann (z. B.  bei einer großen Zahl von erkrankten Lehrerinnen und Lehrern), so kann eine Klasse auch von einer Lehrperson beaufsichtigt werden, die zu dieser Zeit in einem benachbarten Klassenraum unterrichtet.

In der Sekundarstufe II wird kurzfristiger Unterrichtsausfall nicht vertreten, auf dem Vertretungsplan wird der Vermerk „selbst organisiertes Lernen“ eingetragen. Dazu steht den Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II das Selbstlernzentrum zur Verfügung. Bei längerem Unterrichtsausfall wird auch in der Sekundarstufe II Vertretungsunterricht erteilt.

 

Inhaltliche Gestaltung des Vertretungsunterrichts

Fehlende Lehrerinnen und Lehrer haben stets Aufgabenmaterial oder eine sinnvolle Aufgabenstellung für die zu vertretenden Stunden bereitzustellen. Das gilt in jedem Fall bei planbarer Abwesenheit, bei einer plötzlich auftretenden Erkrankung jedoch nur, soweit der Gesundheitszustand nicht zu stark beeinträchtigt ist. Die Bereitstellung von Material und Aufgabenstellungen kann - insbesondere für die Sekundarstufe II - auch über die Internet-Plattform Moodle erfolgen.

Wenn im Fall einer plötzlichen Erkrankung einer Lehrerin oder eines Lehrers bei einer ad–hoc–Vertretung kein Material zur Verfügung steht, kann der vertretende Lehrer bzw. die vertretende Lehrerin – insbesondere wenn er oder sie in der Klasse selbst unterrichtet - Unterricht in seinem/ihrem Fach erteilen. Eine weitere Möglichkeit ist es, in der zu vertretenden Klasse unterrichtende Kolleginnen oder Kollegen um Aufgabenstellungen für die Vertretungsstunde zu bitten. So wird auch fachfremder und klassenfremder Vertretungsunterricht pädagogisch sinnvoll genutzt.